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2021/09/21
Market Insight mit Daryl Liew - Chinas 30-60-Kohlenstoff-Ziel

Präsident Xi Jinping überraschte die Welt im vergangenen September. Er erklärte, China wolle bis 2030 den Höhepunkt der Kohlenstoffemissionen erreichen und bis 2060 kohlenstoffneutral sein. Dies ist in der globalen Klimaschutzinitiative ein bedeutender Schritt nach vorne, da China mit 20 Prozent der jährlichen globalen Emissionen der grösste Kohlenstoffemittent der Welt ist.

Das Ziel bis 2030 den höchsten Kohlenstoffausstoss zu erreichen, stellt eine Herausforderung dar, ist aber erreichbar. Das andere Ziel bis 2060 kohlenstoffneutral zu sein, erscheint als eine gigantische Aufgabe. Der Grund dafür ist, dass Chinas Kohlenstoffspitzenwert wahrscheinlich viel höher liegen wird als in anderen Regionen - fast doppelt so hoch wie in den USA und zweieinhalbmal so hoch wie in Europa. Die Senkung der Kohlenstoffemissionen aus einer solchen Höhe erfordert nicht nur erhebliche Investitionen in grüne Energie, sondern auch drastische Änderungen des Wirtschaftsmodells, das China so viel Erfolg gebracht hat.

Abkehr von der Kohle

Eine Schlüsselstrategie besteht darin, den Energiemix Chinas zu verändern: weg von schmutzigen fossilen Brennstoffen wie Kohle und hin zur verstärkten Nutzung sauberer Energiequellen wie Wind, Sonne, Wasserkraft und Kernkraft. Kohle als einer der günstigsten fossilen Brennstoffe ist immer noch der wichtigste Rohstoff für die Energieerzeugung in China. Dies auch wenn die Dominanz von fast 80 Prozent der Stromerzeugung vor einem Jahrzehnt auf heute etwa 60 Prozent gesunken ist und nicht-fossile Quellen inzwischen zehn Prozent ausmachen. Die Internationale Energieagentur schätzt, dass China jährlich etwa 3,9 Milliarden Tonnen Kohle verbrennt - mehr als das Vierfache des nächstgrössten Kohleverbrauchers. 

China muss offensichtlich mehr tun. Im April hat Präsident Xi zugesagt, dass Chinas Kohleverbrauch bis 2025 seinen Höhepunkt erreichen und danach sinken wird. Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass China trotz dieser Zusage weiterhin neue Kohlekraftwerke baut. Zwar könnte man argumentieren, dass die neueren Kohlekraftwerke effizienter sind und weniger Kohlenstoff pro erzeugter Energieeinheit ausstossen. Doch ist dies auch ein Zeichen dafür, dass es für China schwierig ist, sich vollständig von der Kohle zu verabschieden.
 

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